Politik tendiert zum großen Erlebnisbad!

Mehrheit der Fraktionen könnte sich einen Neubau mit 50-Meter-Becken vorstellen!

 

Von Daniel Salmon - Bünde (BZ).

 

Vier mögliche Varianten wie ein Freibadneubau für die Elsestadt aussehen könnte, sind jetzt der Öffentlichkeit detailliert vorgestellt worden (wir berichteten ausführlich). Doch zu welcher Lösung würde die Bünder Politik tendieren, die in der Sache das letzte Wort hat? Diese Zeitung hat bei den Sprechern der Ratsfraktionen nach gefragt.

» Für uns ist von zentraler Bedeutung, dass mit der Neugestaltung des Freibades eine Steigerung der Attraktivität verbunden ist«, sagt SPD-Fraktionschefin Andrea Kieper. Innerhalb ihrer Fraktion bestehe weitestgehend Einigkeit darüber, dass dies nur mit der vom Beraterbüro Prova vorgestellten Variante 3 (50-Meter- Schwimmerbereich, Erlebnisbecken) erreicht werden könne. »Sie ist zwar mit 3,96 Millionen Euro die teuerste Variante, aber auch die, die alle Nutzergruppen anspricht. Mit einem solchen Bad würden sowohl Schwimmer, Familien mit kleinen Kindern wie auch spaßorientierte Nutzer angesprochen. Leider spricht gerade die beiden letztgenannten Gruppen das Freibad derzeit nicht an. Sie fahren lieber in die Bäder in anderen Kommunen«, hält Kieper fest. Im Bezug auf die Finanzierung erklärt die Ratsfrau: »Aufgrund des zwischen der Bünder Bäder GmbH und der EWB bestehenden steuerlichen Querverbunds ist diese Investition auch wirtschaftlich darstellbar.

« Auch die CDU spricht sich laut Fraktionsvorsitzendem Georg Kruthoff für Variante 3 aus. »Die Attraktivität des Bades muss erhöht werden. Das ist die einzige Möglichkeit, die Besucherzahl zu erhöhen.« Eine Lösung mit einem 25-Meter-Becken sei nicht sinnvoll, wenn Sprungtürme an der Kopfseite stehen würden, deren Öffnung zu einer Sperrung eines Großteils der Wasserfläche führen würden. Den Kostenunterschied zu den weiterhin vorgestellten Alternativen hält Kruthoff für nicht »allzu gravierend«: »Und eine einfache Sanierung macht sowieso keinen Sinn.

« Die Grünen-Fraktion scheint ebenfalls eine »große Lösung« nicht auszuschließen, wie deren Sprecherin Stefanie Janßen verdeutlicht:

»Am liebsten wäre uns, wenn wir sowohl das 50-Meter- Becken als auch die Sprungtürme inklusive des 10-Meter-Turms erhalten könnten.« Jedoch glauben die Grünen nicht, dass die Frequenz einer solchen Sprunganlage so hoch wäre, dass sie die deutlichen Mehrkosten rechtfertigen würden. Letztlich müsste die Fraktion noch zwischen der 25- und 50-Meter-Variante mit Erlebnisbecken abwägen. 

Während UWG-Chef Armin Kuschel noch die nächste Sitzung seiner Fraktion zu dem Thema abwarten möchte, nimmt FDP-Vorsitzender Ernst Tilly für seine Partei Stellung: »Wir treten für eine deutlich höhere Aufenthaltsqualität für Schwimmer und Freizeitnutzer, besonders auch Kinder und Jugendliche, ein und möchten soweit möglich die Anregungen aus der Bürgerschaft auch in die Detailplanung aufnehmen. Dabei ist noch sehr genau und rasch zu klären, welche Kosten sich die Stadt mit Hilfe von Förderprogrammen aufladen kann, um eine über Jahrzehnte haltbare Lösung zu schaffen.

« Bürgermeister Wolfgang Koch möchte in Bezug auf eine mögliche Entscheidungsfindung des Rates in der Sache zwar nichts übers Knie brechen und gerne auch Anregungen aus Politik und Bürgerschaft in die finalen Planungen mit einfließen lassen. Er betont aber auch: »Ich würde mir wünschen, dass wir relativ zeitig zu einer Entschlussfassung kommen. Denn wenn wir bis Ende Januar warten, könnte ein möglicher Eröffnungstermin zum Saisonbeginn 2018 vielleicht nicht gehalten werden.« Detailfragen – etwa zur technischen Ausstattung, Parkmöglichkeiten oder zu Emissionsschutz würden ohnehin erst nach dem Votum der Ratspolitiker geklärt.