Martin Lohrie und Christoph Dammermann

die Redner beim Neujahrsempfang 2014

Liberale arbeiten am Wiederaufbau!

 

Jahresempfang der FDP Bünde im Dammhaus

von Corinna Schwanhold, NW-Bünde.

 

Die Niederlage hätte kaum größer sein können: Zum ersten Mal flog die FDP im vergangenen Jahr aus dem Bundestag. Somit ist es wohl kein Wunder, dass die Zeichen bei der Partei zurzeit auf Wiederaufbau stehen. Auch beim Neujahrsempfang des Stadtverbandes war der Blick nun nach vorne gerichtet - vor allem die Kommunalwahlen standen im Fokus. Am 25. Mai werden sich die Parteien im Kampf um Plätze im Europäischen Parlament messen. Wichtiger als die Entscheidung auf EU-Ebene sind für die Kommunalpolitiker allerdings die Wahlen zum Bünder Stadtrat am selben Tag, die auch beim Neujahrsempfang der heimischen Liberalen im Mittelpunkt standen. Ein klares Ziel hat sich der Verband für den Mai gesetzt, wie Fraktions- und Verbandsvorsitzender Martin Lohrie verriet: "Wir wollen mit einer ordentlichen Fraktionsstärke in den Rat einziehen. Dabei wenden wir uns mit einem Angebot an die Bünder, das nicht unbedingt populär ist." So liegt das Augenmerk der Liberalen im Wahlkampf auf der Haushaltskonsolidierung, die laut Lohrie vernachlässigt werde: "Die Haushaltsdaten in Bünde sind dramatisch, wir verfrühstücken unsere Rücklagen", kritisierte der Kommunalpolitiker, der gleichzeitig anmerkte: "Wir können uns nicht alles erfüllen, was wünschenswert ist." Eine der wichtigen Fragen für den Kommunalwahlkampf mochte der Politiker bei aller Entschiedenheit aber nicht beantworten: Es stehe noch nicht fest, ob die Liberalen ihren eigenen Bürgermeisterkandidaten aufstellen, stellte er in seiner Rede klar. Diese Zurückhaltung begründete der Fraktionsvorsitzende mit dem zurückliegenden Wahlkampf im Jahr 2009: "Damals drehte sich alles um die sechs Kandidaten der Parteien, Inhalte wurden kaum thematisiert." Deshalb wolle man sich dieses Mal vor allem auf offene Fragen besinnen. Obwohl Lohrie selbst nach eigenen Worten für die Kommunalpolitik steht, fand er im Gespräch auch für die Bundes- und Landespartei deutliche Worte. Besonders die Veränderungen der Partei seit ihrer Niederlage sieht er kritisch: "Es wurden zwar Köpfe ausgetauscht, aber kaum Inhalte. Ich erkenne keine Rückbesinnung auf die Werte der FDP." Auch die Umfragewerte seien weiterhin niedrig, dabei "liefert die Große Koalition genug Steilvorlagen". Doch auch einen positiven Bundestrend kann der Stadtverband bei sich verzeichnen: So freuen sich die Liberalen über einen stetigen Mitgliederzuwachs, der Bünder Verband stellt die meisten Mitglieder im Kreis. Dass die Kommunalwahlen am selben Tag wie die Wahlen zum Europäischen Parlament entschieden werden, sieht Lohrie mit geringer Sorge. Schließlich hofft der Bünder, dass die Wähler zwischen den Inhalten der beiden Ebenen unterscheiden können. Neben Lohrie kam an diesem Tag auch ein weiteres bekanntes Gesicht der Liberalen in Bünde zu Wort: Christoph Dammermann, Wirtschaftsexperte des FDP-Landesvorstands NRW und ehemaliges Mitglied des Stadtverbands, referierte im Dammhaus passend zum Wahlkampf der Partei zum Thema "Kommunale Wirtschaftsförderung und zukunftsfähige Kommune". Auch Ehrungen gab es: Für ihre langjährige Mitgliedschaft wurden Heinrich Clamor, Dr. Olaf Ganschow, Christel und Friedel Brandmeyer, Ernst-Hermann Schäfer und Gerd Lübkemann ausgezeichnet.

 

© 2014 Neue Westfälische 11 - Bünde, Montag 24. Februar 2014