Lokales
Neue Pläne für das Jugendzentrum
Jugendhilfeausschuss:

 

Die Offene Kinder- und Jugendarbeit der Stadt muss umziehen.

 

Jetzt liegen zwei Lösungsvorschläge vor, die einen Neubau oder aber

 

die Nutzung eines Schulgebäudes vorsieht!

 


Von Katharina Georgi

Bünde. Zu viele Kinder und Jugendliche bringen zu viel Trubel und 
Lärm, finden die Nachbarn des Jugendzentrums Atlantis. Darum soll ein 
neuer Standort gefunden werden (die NW berichtete). Die Stadt hat 
jetzt zwei mögliche Varianten erarbeitet, über die die Politiker des 
Jugendhilfeausschusses abstimmen sollen.

Seit dem Sommer ist die Stadt Bünde auf der Suche nach einer neuen 
Bleibe für das Jugendzentrum. Begründet wird der Umzug einerseits mit 
den "massiven Anwohnerbeschwerden", wie der Erste Beigeordnete Günther 
Berg auf Anfrage der NW mitteilte. Andererseits seien die Räume aber 
auch nicht gut für die Offene Kinder- und Jugendarbeit geeignet. Die 
Räume verteilen sich über mehrere Ebenen und der abschüssige Garten 
ist für sportliche Angebote kaum nutzbar. Hier spielt auch wieder die 
Lautstärke eine Rolle.

Eine erste Idee, das Atlantis in die Räume des Jugendheims in Ennigloh 
zu integrieren, wurde von den Politikern verworfen. "Mit Blick auf die 
Erreichbarkeit hat sich der Ausschuss aber dafür ausgesprochen, dass 
das Atlantis auch künftig in der Innenstadt verbleiben soll", heißt es 
im Antrag für die kommende Sitzung des Ausschusses am Montag, 12. 
Dezember.

Der Unterausschuss Jugendhilfeplanung wurde daraufhin beauftragt, neue 
Vorschläge zu unterbreiten, um einen geeigneten Standort zu finden. 
Nach drei Sitzungen liegt jetzt eine Empfehlung vor, über deren 
Prüfung durch die Stadtverwaltung die Politiker abstimmen sollen.

VARIANTE 1

Die "visionärste Lösung", wie es in den Ausschussunterlagen heißt, sei 
ein Neubau in der Innenstadt. Das Gebäude sollte idealerweise im 
Steinmeisterpark errichtet werden und auch für andere Nutzungen zur 
Verfügung stehen. In der Ausschussvorlage wird als Beispiel ein 
Mehrgenerationenhaus genannt. Ein "attraktives Außengelände" mit 
öffentlichem WC und "eine (Non-Profit-) Gastronomie" sollen dabei Park 
und Jugendzentrum aufwerten.

VARIANTE 2

Für diese Planung muss der Schulausschuss zuerst einem Antrag 
zustimmen, der am morgigen Mittwoch diskutiert wird. Der Antrag sieht 
vor, dass die Verwaltung prüft, ob die Grundschule Bünde-Mitte künftig 
auf zwei Gebäude verzichten kann: Zum einen auf das Gebäude der 
ehemaligen katholischen Grundschule, in der der Offene Ganztag 
untergebracht ist, und zum anderen auf die älteren Pavillons mit vier 
Unterrichtsräumen. Die Schulverwaltung unterstützt laut Antrag den 
Vorschlag der Verwaltung. Das frei gewordene OGS-Gebäude könnte dann 
die neue Heimat des Jugendzentrums werden: "Nach Einschätzung der 
Verwaltung könnte das ehemalige Schulgebäude baulich so verändert 
werden, dass im Erdgeschoss barrierefrei die Offene Kinder- und 
Jugendarbeit der Stadt Bünde untergebracht wird", so der Antrag. 
Allerdings müsste auch hier gebaut werden: Die "offene Pausenhalle" 
müsste einem Anbau weichen, der multifunktional für Veranstaltungen 
genutzt werden könnte.

Einen Wermutstropfen gibt es bei dieser Variante: Nach ersten 
Berechnungen würde die Nutzfläche der Offenen Kinder- und Jugendarbeit 
um rund 100 Quadratmeter schrumpfen. Dafür erfüllt aber das 
Außengelände alle Anforderungen und wäre "ein Pluspunkt", heißt es im 
Antrag.

Außerdem wird vorgeschlagen, dass auch andere Gruppen das Gebäude 
nutzen könnten. Räume im Souterrain könnten beispielsweise durch die 
AWO-Kindertagesstätte Bünde-Mitte genutzt werden. Auch eine 
Nebenstelle der Musikschule sei laut Antrag möglich.

Diskutiert werden beide Varianten in der öffentlichen Sitzung am 
Montag, 12. Dezember.



© 2016 Neue Westfälische
11 - Bünde, Dienstag 06. Dezember 2016
 

 

 

 

 

Die FDP Fraktion

bevorzugt die Variante 2!

 

 

 

Fraktionsvorsitzender Ernst Tilly

 

Die Liberalen im Stadtrat halten die vom Ersten Beigeordneten 
eingebrachte Lösung der Variante 2 für die beste: "zentrale Lage in 
der Stadtmitte, mit öffentlichen Verkehrsmitteln aus allen Stadtteilen 
gut zu erreichen, geeignetes Gebäude mit gut nutzbaren Räumen, sehr 
gut nutzbares Außengelände, keine Störungen von Anwohnern, finanziell 
ohne Neubau erschwinglich und ohne langwierige Planungen", zählt die 
FDP in einem Antrag auf. Und weiter heißt es: "Auch die 
Mitarbeiterschaft des Atlantis findet nach unseren Informationen 
diesen neuen Standort gut geeignet." Im Antrag schreibt die 
FDP-Fraktion daher, dass die Verwaltung damit beauftragt werden soll, 
die Räume und das Gelände der früheren katholischen Grundschule zu 
prüfen.