Bericht vom 1.7.2016 in der Neuen Westfälischen (Ausgabe Bünde)

 

Autor und Foto:  Thorsten Mailänder

Das Forscherhaus will keine Elite-Gesamtschule werden

 

Info-Abend:

Die FDP sieht in der privaten Schule einen Gewinn für die Bildungslandschaft. Der Träger hofft auf ein zügiges Genehmigungsverfahren bis Anfang 2017

 

Bünde.

Der Schulausschuss der Stadt Bünde hat vor einigen Tagen grünes Licht zur privaten Gesamtschule "Forscherhaus" gegeben (die NW berichtete mehrfach). Mit zwei fünften Klassen soll zum Schuljahresbeginn 2017/18 der Start im Gebäude der Hauptschule an der Heidestraße erfolgen.

Auf Einladung des Stadtverbandes und der Ratsfaktion der Bünder FDP informierte die Geschäftsführerin Elgin Willmann von der "Forscherhaus gemeinnützigen Bildungsgesellschaft" interessierte Bürger über ihr geplantes Objekt. "Wir möchten eine Einbindung in das Bünder Schulkonzept und eine Vernetzung mit den anderen Bünder Schulen", sagte Elgin Willmann.

Die Forscherhaus-Gesamtschule möchte ihre positiven Erfahrungen mit ihrer 2009 gegründeten Grundschule in Herford-Diebrock mit nach Bünde nehmen. "An der Grundschule ist unsere große Stärke, dass es zu fast keinem Unterrichtsausfall mehr kommt. Neben dem Lehrer gibt es eine pädagogische Zusatzkraft im Unterricht. Ich möchte zwar noch keine Garantie für die Gesamtschule abgeben, doch ich bin sicher, dass wir auch dort den fast 100-prozentigen Unterricht gewährleisten können", sagte Willmann.

Die Forscherhaus-Gesamtschule soll keine Elite-Schule werden. Willmann gab die zu zahlenden Kosten der Eltern mit einen Betrag zwischen 150 und 170 Euro im Monat an. "Wir haben für Familien, die das Geld nicht aufbringen können, bisher immer eine Lösung gefunden", verwies Elgin Willmann erneut auf gute Erfahrungen mit der Grundschule in Diebrock.

Die Forscherhaus-Gesamtschule steht schon jetzt in guten Verbindungen mit der Schulleitung der Hauptschule. "Wir könnten uns gut die gemeinsame Nutzung der Mensa vorstellen", fügte die Geschäftsführerin hinzu. Neben Englisch sind Spanisch oder Französisch als zweite Fremdsprache an der Schule geplant. Das Abitur kann nach neun Jahren erworben werden. Jedes Jahr sollen zwei neue Eingangsklassen hinzukommen. Bis zum Jahr 2021 wird die Hauptschule das Gebäude ganz verlassen haben und 2025 könnten alle Räumlichkeiten zur Forscherhaus-Gesamtschule übergehen.

Wie auch an den staatlichen Schulen, ist der Anmeldetermin für den Februar 2017 vorgesehen. "Wir hoffen, dass uns bis zu diesem Termin die Genehmigung der Schulbehörde bei der Bezirksregierung in Detmold vorliegt", wünscht sich Elgin Willmann. Sollte es zu unerwarteten Verzögerungen mit der Bezirksregierung kommen, sagten Martin Lohrie und Ernst Tilly als Spitzen des Stadtverbandes und der Faktion der Bünder FDP einen "sanften politischen Druck" in Richtung Detmold zu. "Wenn Sie mit ihrer Schule nach Bünde kommen, ist es für Bünde ein Gewinn. Die Stadt Bünde kann den Standort der Realschule Bünde-Nord in Ennigloh sichern und das Gebäude der Hauptschule wird weiterhin sinnvoll genutzt. Zusätzlich erhält die Stadt Bünde Mieteinnahmen", rief FDP-Fraktionssprecher Ernst Tilly Elgin Willmann und den knapp 30 Besuchern zu. Elgin Willmann hofft, dass sie negative Vorurteile gegenüber Privatschulen ausräumen konnte.

 

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